Der Winter macht uns in allen in diesem Jahr erneut zu schaffen. Nicht nur, dass in den letzten Jahren deutlich mehr Schnee fällt und dadurch der Aufwand für dessen Beseitigung auf den Bürgersteigen und sonstigen zu räumenden Flächen immens ansteigt. Schon die Beschaffung von Streumaterial stellt ein fast unlösbares Problem dar. Schon nach 3 Tagen Schnee, ist kaum noch Salz zu bekommen. Besen und Schneeschieber gibt’s schon gar nicht mehr. Selbst normales Kochsalz, dass für das Streuen weder geeignet, noch zugelassen ist, ist praktisch nicht mehr zu bekommen.
Wie also geht man damit um? Wer haftet im Schadensfall? Ehrliche Antwort? Wir wissen es auch nicht wirklich. Die zuständigen Behörden werden es sich im Zweifelsfall einfach machen und darauf verweisen, dass der Winter nicht überraschend eintrifft, sondern in der Regel jedes Jahr erneut stattfindet. Insofern hätte man sich rechtzeitig mit entsprechenden Utensilien auszustatten. Wer das nicht tue, läuft halt Gefahr zu haften.

Angefragte Versicherer teilen uns mit, dass man in der Vergangenheit nie Regressansprüche geltend gemacht habe, wenn Personen durch ungestreute Bürgersteige zu Schaden gekommen seien. Das aber heißt lediglich, dass es bisher nicht geschehen ist.

Ein weiteres Risiko, dass wir hier in unseren Breiten nicht kennen, ist das Risiko der Dachlawinen. In den Zeitungen wird derzeit regelmäßig propagiert, dass den jeweiligen Eigentümern die Verkehrssicherungspflicht obliege. Der Eigentümer habe dafür zu sorgen, dass Passanten “ Nichts auf den Kopf falle ” und das geparkte Fahrzeuge nicht zu Schaden kommen. Auch zu diesem Thema haben wir unsere Fragen an Versicherungen und die Stadt Hagen gerichtet. Die Versicherer – in unserem Fall Provinzial und Allianz – sehen diese Haftung nicht, da eine solche Verkehrssicherungspflicht in unserer als schneearm geltenden Region nicht existent sei. Dies sei von Region zu Region unterschiedlich und z.B. in Bayern, wo regelmäßig sehr viel Schnee fällt, anders.

Bei der Stadt Hagen ist es zumindest uns gar nicht gelungen, eine informative Auskunft zu bekommen. Man verband uns von Büro zu Büro. Am Ende kam dabei lediglich heraus, dass man als Eigentümer im Zweifelsfalle die gefährdeten Bereiche sinnvoll absperren solle. Da aber das Absperren von Bürgersteigen normalerweise mit einer Gebühr belegt wird, solle man die Stadt Hagen an der entsprechenden Stelle darüber informieren, dass man aufgrund drohender Gefahren vorübergehend absperre. Die Stadt sieht dann von der Erhebung der Gebühr ab.

Wie auch sollen Eigentümer von Häusern der Schneemassen Herr werden, wenn sogar die Dachdecker sich weigern von vereisten Dächern den Schnee herunter zu kehren? Eine Pflicht zur Installaiton von Lawinengittern besteht bei uns nicht. Keine Chance. Wenn Sie als Eigentümer feststellen, dass von Ihrem Gebäude auf Grund von Schnee oder auch der Bildung von Eiszapfen eine wirkliche Gefahr ausgeht, haben Sie – aber bitte nur im Notfall – die Möglichkeit die Feuerwehr anzurufen. Ein solcher Einsatz kostet dann nichts.

Hagen, 03.01.2011